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Vorakzession

Aus ErwerbungsWiki

Version vom 27. Juli 2008, 22:03 Uhr von Moravetz (Diskussion | Beiträge)

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Der altertümliche Ausdruck Vorakzession hält sich hartnäckig in den Bibliotheken, um alle Arbeitsvorgänge zu umschreiben, die zwischen der Literaturauswahl und der Bestellung liegen:

Die Vorakzession liefert die Entscheidungsgrundlage für

  • die Ausgabeform (wenn Parallelausgaben angeboten werden),
  • die Wahl der Erwerbungsart
  • und eine möglichst exakte Verplanung.

Im Ergebnis kann die Literaturauswahl rückgängig gemacht oder verändert werden.


Inhaltsverzeichnis

Dublettenprüfung

Es können bestandsorientierte und formale bzw. bibliographische Kriterien unterschieden werden:

1. Ist der Titel bereits vorhanden oder bestellt?

  • in der eigenen Bibliothek
  • im Bestand einer anderen (Teil-)Bibliothek der gleichen Institution
  • im regionalen Bestand
  • im kooperativen Bestand (SSG-Bibliothek, Pflichtbibliothek)


1.1 bei elektronischen Medien:

  • als Nationallizenz
  • als Cross Access-Angebot innerhalb eines Konsortiums
  • im Open Access-Zugriff
  • als Digitalisierungsobjekt (bei antiquarischer Literatur)


2. Ist der Titel bereits vorhanden oder wird erwartet?

  • in einer anderen Auflage
  • in einer anderen Ausgabe
  • in einer anderen Sprache / als Übersetzung
  • innerhalb einer Fortsetzungsbestellung


Die Dublettenprüfung wird mit Hilfe der lokalen Kataloge bzw. des Verbund-Katalogs durchgeführt.


Ermittlung und Ergänzung der bibliographischen Daten

Ausschlaggebend ist, dass der Lieferant alle Informationen erhält, die ihn in die Lage versetzen, den gewünschten Titel eindeutig zu identifizieren und korrekt zu liefern. Da besonders in den verkaufsorientierten Bestellunterlagen des Buchhandels z.T. nur unzureichende bibliographische Angaben zu finden sind, orientiert man sich bei der Ermittlung vorrangig an Bibliothekskatalogen bzw. den direkten Verlagsangaben (z.B. korrekter Verfassername, Erscheinungsort, ISBN ...)


Ermittlung und Ergänzung von Bestelldaten, die zur unmittelbaren Verwaltung einer Bestellung notwendig sind

  • Originalpreis, Bestellpreis ( → Preisarten)
  • Erscheinungstermin
  • ggf. Subskription
  • ggf. Kombinationsprodukte (Bundle)
  • ggf. Konsortialangebote

Diese Daten werden vorrangig in Buchhandelsverzeichnissen ermittelt.


Besonderheiten bei elektronischen Medien

Durch das Aufkommen der elektronischen Medien werden die Arbeitsgänge bei der Vorakzession wesentlich erweitert:

1. Vergleich von Angebotsformen (online-Datenbank, CD-ROM/DVD ...)

  • Artikelkontingente
  • Einzeltitel
  • Pakete


2. Vergleich von Geschäftsmodellen (inkl. Preis- und Lizenzbedingungen)

  • Kauf
  • Lizenz
  • Ausleihmodell
  • Token-Modell
  • Kombinationsmodelle


3. Produkttests (befristeter kostenloser Probezugang)

  • Prüfung des Inhaltes (entsprechend Erwerbungsprofil, Umfang)
  • Prüfung der Funktionalität (Zugriffszeiten, hyperlinks, Retrieval, Druck, Speicherung, Text bearbeiten)
  • Prüfung der technischen Voraussetzungen (Dateiformate, direkte Verlinkung aus OPAC mgl?)
  • Feststellung des tatsächlichen Bedarfs (Nutzungsstatistik)


Quelle

  • Wiesner, Margot: Erwerbung und Buchhandel - Glossar. Berlin: Deutsches Bibliotheksinstitut, 1999


Literatur

  • Erfolgreiches Management von Bibliotheken und Informationseinrichtungen. / Hrsg. von Hans-Christoph Hobohm, Konrad Umlauf. Hamburg: Dashöfer, 2003 (Losebl.-Ausg.)
  • Diese Seite wurde zuletzt am 27. Juli 2008 um 22:03 Uhr geändert.
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