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Tausch

Aus ErwerbungsWiki

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Neben Geschenk und Pflicht zählt der Tausch zu den unberechneten Erwerbungsarten. Beim Tausch gelangt Literatur in der Regel ohne Aufwendung von Barmitteln in die Bibliotheken.


Inhaltsverzeichnis

Bevorzugte Tauschobjekte

Dabei können auf diesem Wege auch Publikationen erworben werden, die über den Buchhandel nicht oder nicht mehr zu beschaffen sind; dazu zählen:

  • Dissertationen und andere Hochschulschriften
  • Eigene Veröffentlichungen der Bibliothek bzw. der Institution, der die Bibliothek angeschlossen ist (z.B. Ausstellungskataloge, Bibliographien, wissenschaftliche Publikationen)
  • Schriften von Akademien und Fachgesellschaften
  • Dubletten


Varianten des Bibliothekstausches

Folgende Arten des Tausches werden unterschieden:


Pauschaltausch Der Tausch von eigenen Veröffentlichungen, der Dissertationen-Tausch und der Tausch von Akademieschriften vollzieht sich praktisch immer in Form eines regelmäßigen Tausches zwischen der Bibliothek und ihren Tauschpartnern, d.h. man trifft zunächst eine grundsätzliche Vereinbarung über die Art und den Umfang des Tausches und tauscht dann laufend und unberechnet. Die Bibliotheken prüfen lediglich, ob ein annäherndes Gleichgewicht besteht. Um den regelmäßigen Fortgang des Tausches zu überwachen, ist es nötig, ein Verzeichnis der Tauschpartner zu führen, in dem vermerkt wird, was jeder Tauschpartner von der Bibliothek erhalten und was er ihr geliefert hat.

Der Tausch von Dissertationen und anderen Hochschulschriften betrifft vor allem Universitätsbibliotheken. Jede Dissertation muss – sofern sie nicht im Buchhandel erscheint oder elektronisch publiziert wird – vom Verfasser in einer bestimmten Anzahl von Exemplaren an die betreffende Universitätsbibliothek abgeliefert werden, die sie nach einem bestimmten Verteilungsschlüssel an in- und ausländische Tauschpartner (meist andere Universitätsbibliotheken) verschickt; als Gegenleistung erhält sie die Dissertationen der anderen Universitäten. Der Dissertationentausch geht in den letzten Jahren stark zurück, da Dissertationen zunehmend in elektronischer Form publiziert werden.

Beim Dublettentausch werden Dublettenlisten erstellt und an die Tauschinteressenten verschickt.


Einzeltausch Beim Einzeltausch wird Buch gegen Buch bzw. Zeitschriftentitel gegen Zeitschriftentitel getauscht, ohne einen exakten Wertausgleich anzustreben. Der Vorteil dieser aufwändigeren Geschäftsform liegt darin, dass die thematischen Interessen der Bibliothek bzw. ihr Erwerbungsprofil stärker berücksichtigt werden können als dies beim Pauschaltausch möglich ist.


Verrechnungstausch Ein exakter Wertausgleich findet beim Verrechnungstausch statt, für den auf der Basis von Laden- bzw. Originalpreisen eine genaue Kontoführung betrieben wird. Eine Sonderform dieser aufwändigen Form des Tausches ist der Kauftausch, bei dem die angeforderten Tauschgaben zunächst gekauft und aus dem eigenen Etat bezahlt werden müssen.

Rechtliche Grundlage

Bürgerliches Gesetzbuch § 480

Quelle

  • Gantert, Klaus: Hacker, Rupert: Bibliothekarisches Grundwissen. München, 2008; S. 141 f
  • Die moderne Bibliothek: ein Kompendium der Bibliotheksverwaltung / hrsg. von Rudolf Frankenberger und Klaus Haller. - München: Saur, 2004; S. 199

Weblinks

  • Diese Seite wurde zuletzt am 27. Juli 2008 um 21:48 Uhr geändert.
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