Meine Werkzeuge
User menu

Reklamation

Aus ErwerbungsWiki

Wechseln zu: Navigation, Suche

Das regelmäßige und rechtzeitige Auslösen von Reklamationen ist eine wesentliche Grundlage für die Qualität und die Aktualität des Bestandes. Bei Zeitschriften stellt es Nachlieferungen sicher. Wenn die Lieferanten laufend, unaufgefordert und zuverlässig über Lieferhindernisse und -verzögerungen berichten, sollten sich Reklamationen auf die Fälle beschränken können, bei denen weder Lieferung noch Meldung erfolgen (→ Meldungen).


Inhaltsverzeichnis

Fälligkeit

Die Fälligkeit von Reklamationen basiert auf dem

  • Bestelldatum,
  • Datum der letzten Meldung,
  • erwarteten Liefertermin in Abhängigkeit vom Erscheinungsland und der vereinbarten Transportart (z. B. Luftfracht oder Seeweg bei Überseelieferungen),
  • erwarteten Erscheinungstermin (bei Zeitschriften und Vorankündigungen).

Bei deutschen Neuerscheinungen sollte der Eingang spätestens vier Wochen nach der Bestellung oder dem erwarteten Erscheinungstermin erfolgen. Bei ausländischen Titeln empfiehlt es sich, pro Lieferant und Erscheinungsland die durchschnittliche Frist zwischen Bestellung und Lieferung (Datum des Eingangs in der Bibliothek) zu ermitteln und bei Reklamationen auf diesem Wert aufzusetzen.


Bei Zeitschriften kann von folgenden Richtwerten für Reklamationen ausgegangen werden:

  • Jahrbücher, Vierteljahreshefte und zweimonatliche Veröffentlichungen: acht Wochen,
  • monatliche Publikationen: vier Wochen,
  • wöchentliche Zeitschriften: zwei Wochen,
  • Tageszeitungen: eine Woche

jeweils nach dem erwarteten Liefertermin.

Reklamation in automatisierten Erwerbungssystemen

Bei automatisierter Verwaltung kann eine sog. Mahnroutine eingerichtet werden, die auf folgenden Daten basiert:

  • Bestelldatum bzw. Datum der letzten Meldung
  • voraussichtlicher Erscheinungstermin
  • Herkunftsland des Mediums
  • Bibliographische Erscheinungsform (z.B. Monografie, Zeitung, Zeitschrift …)
  • Erscheinungsweise (z.B. täglich, monatlich, unregelmäßig)
  • Bestellform (z.B. Normal, Eilt) bzw. vereinbarter Transportweg
  • Inhalt der letzten Meldung
  • Anzahl der bisher erfolgten Reklamationen
  • evtl. mit dem Lieferanten vereinbarte Lieferfrequenzen


Anhand dieser Angaben errechnet das Erwerbungssystem den (erneuten) Reklamationstermin und erzeugt automatisch eine entsprechende Mitteilung an den Lieferanten, sofern bis zu diesem Zeitpunkt keine Lieferung, Freischaltung oder Meldung erfolgt ist.

Reklamation ohne Einsatz eines automatisierten Erwerbungssystems

Bei konventioneller Erwerbungsorganisation empfiehlt es sich, eine Kopie des Bestellzettels für die Reklamation zu verwenden und diese mit dem deutlichen Vermerk "(2.,3., ...) Reklamation, bitte nicht doppelt liefern", dem Reklamationsdatum und einem eventuell notwendigen Kommentar zu versehen.

Literatur

  • Die moderne Bibliothek: ein Kompendium der Bibliotheksverwaltung / hrsg. von Rudolf Frankenberger und Klaus Haller. - München: Saur, 2004; S. 211
  • Diese Seite wurde zuletzt am 7. Dezember 2008 um 14:08 Uhr geändert.
  • Diese Seite wurde bisher 4.969-mal abgerufen.