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Preisindex

Aus ErwerbungsWiki

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Inhaltsverzeichnis

Allgemeine Definition

Ein Preisindex ist ein statistisches Konstrukt, das eine Aussage über die Höhe der Inflation in einem volkswirtschaftlichen Bereich machen soll. Dazu wird ermittelt, wie sich die Preise der Güter eines für diesen Wirtschaftsbereich repräsentativen Warenkorbes im Durchschnitt über die Zeit geändert haben. Auch Aussagen über regionale Preisniveau-Unterschiede können mit einem Preisindex ausgedrückt werden, der dann in analoger Weise wie der zeitliche Preisindex aufgebaut ist. Derartige Preisindizes werden jedoch selten ermittelt.

Vorteilhaft wäre die Verfügbarkeit von Preisstatistiken in Form von Durchschnittspreisen. Durch den Vergleich solcher Durchschnittspreise über die Zeit oder im regionalen oder fachlichen Querschnitt könnten neue Erkenntnisse abgeleitet werden.

Preisstatistiken werden jedoch selten in der Form von Durchschnittspreisen aufgestellt. Dies liegt an den sehr hohen Anforderungen und den damit verbundenen hohen Kosten, die bei der Ermittlung von Durchschnittspreisen entstehen. Hierzu bedarf es zunächst einer eindeutigen Systematik mit eindeutigen Hinweisen, welcher Kategorie ein Produkt zuzuordnen ist. Um den Durchschnittspreis der Produktkategorie zu berechnen, ist weiterhin entweder eine Totalerhebung oder ein fehlerfreies Stichprobenmodell notwendig, das alle Produkte in dieser Kategorie entsprechend ihrer Bedeutung einordnet.

Bei Preisindizes ist dagegen das Stichprobenmodell im Vergleich weniger kritisch, da davon ausgegangen wird, dass sich die Produkte einer Produktkategorie in einem Wettbewerbsverhältnis befinden und sich deshalb preislich ähnlich entwickeln. Die Produkte einer Produktkategorie sind also hinsichtlich der Preisentwicklung weitaus ähnlicher als hinsichtlich des Preisniveaus.

Kennzeichnend für echte Preisindizes ist, dass diese wirklich nur eine Aussage über die Entwicklung der Preise über die Zeit (im zeitlichen Preisvergleich) machen. Das Gut, dessen Preise beobachtet werden, ändert sich dabei in der Fiktion nicht. Ändern sich die Preise der beobachteten Güter über die Zeit, weil deren Nutzwert sich im gleichen Maße verbessert (z. B. in Folge des technischen Fortschritts), so bleiben die Preisindizes davon unberührt, denn die Preise für einen gegebenen Nutzwert ("Qualität") haben sich in diesem Fall nicht geändert. Die Preisindizes machen also eine Aussage über die Entwicklung der Preise über die Zeit bei gegebener Qualität.

Preisindizes für das Medienangebot in Bibliotheken

Bei der Etatplanung, der Ermittlung des Etatbedarfs, bzw. der Etatverwaltung in Bibliotheken spielen Preisindizes eine wichtige Rolle.


1. Preisindizes für Monographien

Das von der Abteilung Marktforschung des Börsenvereins herausgegebene "statistische Jahrbuch Buch und Buchhandel in Zahlen" erscheint im Juli jeden Jahres und enthält Informationen zu Marktwachstum und Marktstrukturen, zu relevanten Branchenkennzahlen, zur Preisentwicklung, Titelproduktion, Buchnutzung und zahlreichen anderen branchenrelevanten Aspekten. Als Preisindex für den Bucherwerb an Wissenschaftlichen Bibliotheken ist diese Statistik nur bedingt nutzbar, da sie nicht nur die wissenschaftlich relevante, sondern die gesamte Literaturproduktion berücksichtigt.

Der in Kooperation zwischen der Kommission des DBI für Erwerbung und der Firma Harrassowitz (Wiesbaden) ab 1995 erstellte "Harrassowitz-Preisindex für die wissenschaftliche Buchproduktion" wurde 1997 letztmalig erhoben und seither nicht mehr fortgeführt. Insbesondere bezogen auf den deutschen wissenschaftlichen Buchmarkt besteht seither ein Desiderat.

Für wissenschaftliche Monoghraphien im angelsächsischen Raum erscheinen halbjährlich die Preisindices der | LISU (Library & Information Statistics Unit) unter den Serientiteln:

  • Average prices of British academic books
  • Average prices of USA academic books

die aber nicht online publiziert werden, sondern abonniert werden müssen.



2. Preisindizes für Zeitschriften

Ähnlich unbefriedigend wie im Monographienbereich gestaltet sich die Situation im deutschsprachigen Zeitschriftenbereich. Der seit 1995 erstellte "Harrassowitz-Preisindex für Zeitschriften" (Deutschland, Österreich, Schweiz) wurde 2003 letztmalig erhoben und seither nicht mehr fortgeführt.

Der jährlich von der Firma Swets herausgegebene "Serials Price Increase Report" listet die Preissteigerungsraten von wissenschaftlich relevanten Zeitschriften aus folgenden Regionen auf: USA, Canada, UK, Europa, Asien, Australien, Afrika, Mittlerer Osten; Süd- und Zentralafrika und Amerika. Dabei werden 5 Fachgruppierungen unterschieden:

  • Humanities
  • Medicine
  • Science
  • Social Sciences
  • Technology

Die Angaben im "Periodicals Survey 2007" basieren auf den Auswertungen der Firma EBSCO; sie werden ebenfalls jährlich im "Library Journal" veröffentlicht.

Quelle

Weblinks

  • Diese Seite wurde zuletzt am 27. Juli 2008 um 21:16 Uhr geändert.
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