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Pflichtexemplar

Aus ErwerbungsWiki

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Das Pflichtexemplar ist ein Exemplar einer Veröffentlichung, das aufgrund des Pflichtexemplarrechts an bestimmte Bibliotheken abgegeben werden muss. Das Pflichtexemplarrecht ist in Deutschland in verschiedenen Bundes- und Landesgesetzen und Verordnungen sowie lokalen Durchführungsbestimmungen festgelegt.


Inhaltsverzeichnis

auf Bundesebene

In Deutschland baute der Börsenverein des Deutschen Buchhandels die nationalbibliothekarische Sammlung der 1912 gegründeten Deutschen Bücherei durch freiwillige Abgabe der Verleger auf, bis 1935 ein deutschlandweites Pflichtexemplargesetz verabschiedet wurde. Ebenso sammelte die 1946 in Westdeutschland gegründete Deutsche Bibliothek bis 1969 ohne eine bundesweite Pflichtexemplarregelung. Ab 1969 wurde in Deutschland die Abgabepflicht an die Deutsche Bibliothek mittels des Gesetzes über die Deutsche Bibliothek geregelt.

Im Falle konventioneller Verlagsprodukte sind Verleger und Produzenten Grauer Literatur in Deutschland gehalten, je ein Pflichtexemplar kostenfrei den Standorten Frankfurt und Leipzig zu überlassen. Eine Pflichtentschädigung ist nur für kleine Auflagen mit entsprechend hohen Herstellungskosten vorgesehen und wird in der Regel auf Antrag gewährt.

Das nationale Pflichtexemplargesetz von 1969 wurd 2006 novelliert und bezieht nunmehr Netzpublikationen ausdrücklich in den Sammelauftrag mit ein. Es findet hierbei eine Zweiteilung statt in sog. "Säulen", wobei in Säule 1 alle Verlagsveröffentlichungen, wissenschaftlichen, institutionellen und kulturellen Publikationen enthalten sind, in Säule 2 allgemeine Internetpublikationen. Während für Säule 1 die Ablieferungspflicht der Printmedien übernommen wurde, entweder durch direkte Ablieferungspflicht oder auch durch spezielle Zugänge zum elektronischen Material, werden Internetquellen aus Säule 2 durch sogenannte Harvestingverfahren von der Deutschen Nationalbibliothek gesammelt. Quellen, die nur in einem Intranet veröffentlicht wurden, sind von diesem Sammelauftrag ausdrücklich ausgenommen.

Die Gegenleistung für die Pflichtabgabe besteht in der Verzeichnung in der Deutschen Nationalbibliografie.


auf Länderebene

Der föderalen Tradition entsprechend hat jedes deutsche Bundesland zusätzlich analoge gesetzliche oder administrative Regelungen zur Pflichtabgabe getroffen. Deshalb sind Verleger und Produzenten Grauer Literatur entsprechend ihrem Sitz in Deutschland gehalten, ein bis zwei weitere Pflichtexemplare kostenfrei den zuständigen Landesbibliotheken zu überlassen. Eine Pflichtentschädigung ist nur für kleine Auflagen mit entsprechend hohen Herstellungskosten vorgesehen und wird in der Regel auf

Eine Gegenleistung für die Pflichtabgabe besteht in der Verzeichnung in der jeweiligen Landesbibliographie sowie in der faktischen Archivierung von Verlagsproduktionen.


siehe auch

Pflicht


Quelle

Hiller, Helmut, Füssel, Stephan: Wörterbuch des Buches, 7. Aufl., Frankfurt 2006


Literatur

Bibliotheken mit Pflichtexemplar in Deutschland, Berlin: DBI 1995


Weblinks

  • Diese Seite wurde zuletzt am 14. März 2012 um 16:13 Uhr geändert.
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