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Pflicht

Aus ErwerbungsWiki

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Neben Geschenk und Tausch zählt die Pflicht zu den unberechneten Erwerbungsarten.

Bei der Pflichtablieferung handelt es sich um die gesetzlich vorgeschriebene unentgeltliche Abgabe von Druckwerken - sogenannten Pflichtexemplaren - an eine Bibliothek.

Die Pflichtablieferung stellt sicher, dass jedes in Deutschland erschienene Druckwerk an mindestens einer Bibliothek gesammelt, archiviert und für die Benutzung bereitsgestellt wird.

In Deutschland gibt es Pflichtexemplarregelungen sowohl auf Landes- als auch auf Bundesebene.


Inhaltsverzeichnis

Nationale Pflichtablieferung

Geregelt wird die nationale Pflichtablieferung durch das „Gesetz über die Deutsche Nationalbibliothek“ (DNBG), das am 29. Juni 2006 in Kraft trat. Es sieht vor, dass alle in der Bundesrepublik hergestellten Medienwerke in körperlicher Form in zweifacher Ausfertigung an die Deutsche Nationalbibliothek abgeliefert werden müssen, unkörperliche Werke (Online-Publikationen) nur in einfacher Ausfertigung. Die eingehenden Printmedien werden in Frankfurt und Leipzig bearbeitet und an diesen Orten in jeweils einem Exemplar aufbewahrt. Die zwei Pflichtstücke von Musikalien (Musiknoten) und Tonträgern gehen an das Deutsche Musikarchiv in Berlin, das ebenfalls zur DNB gehört. Nach der Bearbeitung in Berlin wird ein Exemplar in Leipzig der Benutzung zur Verfügung gestellt. Die Online-Publikationen werden von der Deutschen Nationalbibliothek gespeichert; die Sicherstellung ihrer langfristigen Benutzbarkeit (Langzeitarchivierung) stellt ein enormes technisches Problem dar, für dessen Bewältigung sich die DNB mit sechs weiteren Projektpartnern zum Kompetenznetzwerk Langzeitarchivierung (nestor) zusammengeschlossen hat.


Regionale Pflichtablieferung

In den Pflichtablieferungs- bzw. Pressegesetzen der Bundesländer ist meist vorgeschrieben, dass die Verleger des Bundeslandes ein Exemplar jeder Neuerscheinung kostenlos bzw. gegen Entschädigung an die zuständige Landes- oder Regionalbibliothek abzuliefern haben; z.T besteht nur eine Anbietungspflicht. In manchen Ländern müssen zwei Pflichtexemplare abgeliefert werden, so z.B. in Bayern. Die Regionale Pflichtablieferung beschränkt sich oft nicht nur auf Buchmedien sondern schließt z.T. auch andere Medienformen ein. Online-Medien unterliegen zumeist noch nicht der regionalen Pflichtablieferung, allerdings bemühen sich viele Landesbibliotheken auch um die langfristige Archivierung der Netzpublikationen von regionaler Bedeutung. Ob und aus welchem geographischen Raum eine Bibliothek in Deutschland Pflichtexemplare erhält, ist im „Jahrbuch der Deutschen Bibliotheken“ angegeben.


Ein Sonderfall in der Pflichtablieferung stellt die Ablieferung Amtlicher Druckschriften dar.


Quelle

  • Gantert, Klaus: Hacker, Rupert: Bibliothekarisches Grundwissen. München, 2008; S. 143 ff

Weblinks

  • Diese Seite wurde zuletzt am 26. April 2009 um 20:53 Uhr geändert.
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