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Langzeitarchivierung

Aus ErwerbungsWiki

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Der Begriff Langzeitarchivierung bezeichnet die Sammlung und langfristige Aufbewahrung von Informationen.

Definition

Es existiert keine klar umgrenzte Definition für den Begriff Langzeitarchivierung. Vor dem Hintergrund, dass Archive Informationen stets mit dem Anspruch verwalten, diese für die Ewigkeit bereitzustellen, stellt der Begriff Langzeitarchivierung vielmehr einen Pleonasmus dar.

Verfahren der Langzeitarchivierung

Die verschiedenen Verfahren der Langzeitarchivierung ergeben sich aus den möglichen Trägermedien für Informationen. So garantieren beispielsweise Stein- oder Nickelplatten eine Haltbarkeit von mehreren tausend Jahren, während säurefreies Papier eine Haltbarkeit von mehreren hundert Jahren aufweist [1].

Die digitale Archivierung von Informationen verspricht als neuestes Verfahren der Langzeitarchivierung einige Vorteile. So können große Mengen an Informationen auf relativ geringem Platz abgelegt werden und sind gleichzeitig von verschiedenen Orten und mehreren Nutzern parallel abrufbar.

Trotz der offenkundigen Vorteile geht die digitale Langzeitarchivierung mit einigen Problemen und Herausforderungen einher:

  • Haltbarkeit der Trägermedien: Digital gespeicherte Informationen sind stets an den Träger gebunden, auf dem sie gespeichert wurden. Zum einen entwickelt sich die Effizienz dieser Trägermedien rasant weiter, sodass die langjährige Nutzung eines Trägers überflüssige Kosten verursachen würde. Zum anderen ist die Haltbarkeit der elektronischen Trägermedien bisher auf wenige Jahrzehnte beschränkt, sodass die Informationen zu einer dauerhaften Erhaltung regelmäßig auf neue Träger übertragen werden müssen.
  • Kompatibilität der Trägermedien und Datenformate: Da digitale Ressourcen (im Gegensatz z.B. zu Printmedien) nur mit Hilfsmitteln gelesen werden können, wird stets ein passendes Lese- oder Laufwerk benötigt. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass heute benutzte Speichermedien inkompatibel mit zukünftigen sind. Prominentes Beispiel für eine solche Inkompatibilität ist die Diskette. Dasselbe Problem stellt sich im Bezug auf veraltete Datenformate.
  • Rechtliche Fragen: Digitale Medien bieten rein technisch die Vorteile eines räumlich und zeitlich unbegrenzten Zugangs sowie einer unbegrenzten und fehlerfreien Vervielfältigung. Um angesichts dieser technischen Möglichkeiten dennoch den Schutz der Urheberrechte gewährleisten zu können, wurde das System der Digitalen Rechteverwaltung (Digital Rights Management – DRM) eingeführt. Die dadurch entstehenden Regelungen zur Verwendung, Weitergabe und Vervielfältigung digitaler Informationen müssen zusätzlich zu den technischen Herausforderungen digitaler Langzeitarchivierung berücksichtigt werden.

Aufgrund der Notwendigkeit einer regelmäßigen Neuspeicherung der Daten sowie der Überprüfung auf Fehlerlosigkeit erfordert digitale Langzeitarchivierung eine aufwändige Bestandspflege, die voraussichtlich nur für eine ausgewählte Menge an Informationen umfassend geleistet werden kann.


Weiterführende Weblinks

http://de.wikipedia.org/wiki/Langzeitarchivierung

http://www.nestor.sub.uni-goettingen.de/handbuch/index.php

DigitalPreservationEurope (DPE) http://www.digitalpreservationeurope.eu/

NESTOR Kompetenznetzwerk zur Langzeitarchivierung digitaler Quellen in Deutschland http://www.langzeitarchivierung.de/Subsites/nestor/DE/Home/home_node.html

kopal – Kooperativer Aufbau eines Langzeitarchivs digitaler Informationen http://kopal.langzeitarchivierung.de/index_ziel.php.de

  • Diese Seite wurde zuletzt am 12. April 2013 um 13:39 Uhr geändert.
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