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Fremddaten

Aus ErwerbungsWiki

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Durch die Nutzung von Fremdleistungen können die Arbeitsprozesse in der Erwerbung und Erschließung der Medien erheblich beschleunigt und erleichtert werden.


Fremddaten im engeren Sinne sind alle elektronisch lieferbaren Titelaufnahmen (records), die nicht in einem Bibliotheksverbund selbst erstellt werden, sondern von anderen Datenproduzenten bezogen und in die Verbunddatenbank, bzw. in einen Fremddatenpool der Verbunddatenbank, eingespeichert werden.

Im weiteren Sinn sind Fremddaten alle Titelaufnahmen, die nicht in der eigenen Bibliothek erstellt werden.

Die Qualität der Fremddaten (regelwerkskonforme Aufnahme, passendes Datenformat, Verknüpfungen zu den Normdatensätzen, mitgelieferte Sacherschließung etc...) ist je nach Herkunft sehr unterschiedlich; entsprechend variabel fällt der Aufwand für die Nachbearbeitung der Fremdleistungen aus.


Beispiele für Fremddaten

  • Daten der Deutschen Nationalbibliographie (Reihen A, B, C, H, M, und T)

Diese Daten werden von der Deutschen Nationalbibliothek (DNB) im MAB-Format angeboten. Es handelt sich dabei um Fremddaten von hoher Qualität mit geringem Nachbearbeitungsaufwand. Sie werden mit Verknüpfungen zu den Normdateien PND und GKD geliefert; Schlagwortketten werden nachgespielt.


  • Neuerscheinungsdienst (ND)

Der "ND" beinhaltet die Meldungen der Verlage für das Verzeichnis lieferbarer Bücher. Die Daten werden von der Deutschen Nationalbibliothek vertrieben, jedoch nicht redigiert und auch nicht mit Normdatensätzen verknüpft. Die Qualität dieser Fremddaten ist gegenüber dem Vorgänger deutlich schlechter.


  • Daten der Library of Congress (LoC)

Die Daten werden im Format MARC angeboten und müssen deswegen für die Einspielung in deutsche Bibliotheksverbünde oftmals konvertiert werden. Die Daten sind grundsätzlich qualitativ hochwertig, allerdings führt die Entstehung der Daten nach einem anderen Regelwerk und die ggf. erforderliche Konversion zu partiell hohem Korrekturaufwand.


Es handelt sich dabei um "echte" Fremddaten, die meist nach einem anderen Regelwerk entstanden sind und in einem anderen Datenformat geliefert werden. Durch Mehrfachkonversion und abweichende Regeln sind die Aufnahmen z.T. sehr korrekturbedürftig.


  • Daten von anderen Verbundbibliotheken

Diesen Daten liegt im Prinzip dasselbe Regelwerk zugrunde; da es sich dabei jedoch auch um Bestellkatalogisate mit noch unvollständigen Angaben handeln kann, fällt auch hier gelegentlich erheblicher Nachbearbeitungsaufwand an.


  • Daten aus anderen Verbundsystemen

Die Arbeitsgemeinschaft der Verbundsysteme hat 2005 unter Beteiligung der Verbünde BVB, GBV, hbz, HeBIS, KOBV, OBV, SWB, sowie der Zeitschriftendatenbank (ZDB) und der Deutschen Nationalbibliothek (DNB) das Projekt "Kooperative Neukatalogisierung" ins Leben gerufen, das Maßnahmen zur Verbesserung der Datenübernahme zwischen den Verbünden für die Formal- und Sacherschließung erarbeitet mit dem Ziel, die Eigenkatalogisierungsquoten in den Bibliotheken zu senken sowie Anreicherungen für bestehende Datensätze (Sacherschließung, Links zu Rezensionen und Inhaltsverzeichnissen usw.) zu ermöglichen.


Literatur

  • Diese Seite wurde zuletzt am 26. Juli 2008 um 22:52 Uhr geändert.
  • Diese Seite wurde bisher 3.674-mal abgerufen.