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Elektronischer Datenaustausch

Aus ErwerbungsWiki

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Inhaltsverzeichnis

Allgemeines

Mit elektronischem Datenaustausch (Electronic Data Interchange / EDI) ist sehr viel mehr gemeint als papierloser Geschäftsverkehr, bei dem Nachrichten von einem Handelspartner erfasst und per elektronischer Post in die Mailbox des anderen Partner geschickt werden.

EDI ist der standardisierte Austausch strukturierter Dokumente zwischen Computeranwendungen unter Verwendung elektronischer Übertragungsmedien bei einem Minimum an manuellen Eingriffen.

EDI bedeutet Kommunikation zwischen Maschinen. Die Daten werden im Sendersystem automatisiert bearbeitet und für den elektronischen Versand aufbereitet, dass sie im Empfängersystem verstanden und automatisiert weiterverarbeitet werden können. Entscheidend ist, dass einmal erfasste Informationen an keiner Stelle des Geschäftsgangs, weder beim Händler noch in der Bibliothek, neu eingegeben werden müssen. Papierloser Geschäftsverkehr bedeutet in diesem Sinne, dass nicht mehr aus systemtechnischen Gründen in einem bestimmten Stadium des Arbeitsprozesses Ausdrucke erforderlich, wohl aber möglich sind, wenn es aus Gründen der Arbeitserleichterung gewünscht wird.


Komponeneten des elektronischen Datenaustauschs im Bibliothekswesen

Zu einem funktionierenden EDI-System gehören mehrere Komponenten:

1.ein standardisiertes Datenaustauschformat

Standardformate sind notwendig, um den Austausch mit beliebigen Partnern, unabhängig von der eingesetzten Hard-

und Software, der Nationalität und möglichst auch des Handelszweigs, zu gewährleisten. Beim Austausch von Geschäftsdaten zwischen Verlagen, Buchhandel und Bibliotheken hat sich die Branche auf EANCOM (die aktuelle Version ist D.96A) geeinigt. EANCOM ist eine Untermenge des EDIFACT-Formats. Für die Weiterentwicklung und Pflege der Nachrichtenformate im Anwendungsbereich Buchhandel und Bibliotheken ist die in London ansässige Gruppe EDltEUR verantwortlich. Zur Zeit sind folgende Nachrichtentypen im Einsatz oder stehen für den Einsatz zur Verfügung:

  • Titelankündigungen (Quotes)
  • Bestellungen (Orders)
  • Meldungen (Order Responses)
  • Bestelländerungen (Order Changes)
  • Reklamationen (Order Statsus Enquiries)
  • Rechnungen (Invoices)
  • Gutschriftsanforderungen (Debit Notes)
  • Gutschriften (Credit Notes)


2. Konvertersoftware und Schnittstellen zum Erwerbungs- oder Buchhandelssystem

Um die EANCOM-Nachrichten in das Format des jeweiligen Anwendungssystems zu konvertieren, wird Übersetzungssoftware benötigt. Pro Nachrichtentyp müssen Regeln festgelegt werden, wie die Felder vom Konverter aus dem internen Format in das Übertragungsformat umzusetzen sind und umgekehrt. Für den Export und Import der Daten muss eine Schnittstelle zwischen Inhouse-System und Konvertierungssoftware entwickelt werden.


3. EDI-fähige Erwerbungs- und Buchhandelssysteme

Die vom elektronischen Datenaustausch erwartete drastische Reduzierung des Erfassungsaufwands ist nur zu erreichen, wenn die Anwendungssysteme so weiterentwickelt werden, dass nach der Konvertierung importierter Daten und vor der Konvertierung zu exportierender Daten kein Ausdruck und keine erneute Dateneingabe notwendig sind und die Arbeit am Bildschirm sich weitestgehend auf Kontroll- und Korrekturfunktionen beschränkt. Die meisten automatisierten Erwerbungssysteme verfügen mittlerweile über EDI-Funktionen.


4. Kommunikationssoftware, Übertragungsprotokolle und ein Datenübertragungsnetz

Die Kommunikation erfolgt in der Regel über das Internet über Standardprotokolle z.B. TCPIP und Schnittstellen z.B. Z39.50 sowie in verschlüsselter Form.


Quelle

Wiesner, Margot: Erwerbung und Buchhandel - Glossar. Berlin, Deutsches Bibliotheksinstitut, 1999


Weblink

http://www.buchmarkt-college.de/lexikon/1091-ean-code.htm

  • Diese Seite wurde zuletzt am 26. Juli 2008 um 21:07 Uhr geändert.
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