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Allianzlizenz

Aus ErwerbungsWiki

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Das Modell der Allianzlizenzen, begründet durch die Schwerpunktinitiative Digitale Information der Allianz der deutschen Wissenschaftsorganisationen im Sommer 2008, ist eine Weiterentwicklung des Systems der Nationallizenzen, das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) vier Jahre zuvor zur Sicherung der Literaturversorgung in Deutschland ins Leben gerufen worden war. Leitbilder beider Initiativen mit dem Ziel der nachhaltigen Forschungsförderung und Sicherung der Konkurrenzfähigkeit des Wissenschaftsstandorts Deutschland sind die Schaffung einer optimalen, überregionalen Informationsinfrastruktur und die bestmögliche Versorgung mit kostenpflichtiger, elektronischer Fachinformation in einer digitalen Forschungsumgebung, in der den Forschenden in Deutschland die Gesamtheit wissenschaftlicher Publikationen und die relevanten Forschungsprimärdaten zur Verfügung stehen.


Inhaltsverzeichnis

Die konkreten Zielsetzungen

In der Förderungsperiode von 2008 bis 2012 werden als konkrete Ziele verfolgt:

  • die Gewährleistung einer umfassenden Erreichbarkeit von digitalen Veröffentlichungen, digitalen Daten und Quellenbeständen,
  • die Bereitung optimaler Voraussetzungen für die Verbreitung und Rezeption von Veröffentlichungen aus der deutschen Forschung mithilfe digitaler Medien,
  • die Gewährleistung der langfristigen Verfügbarkeit der erworbenen digitalen Medien und Inhalte sowie ihrer Integration in die digitale Forschungsumgebung,
  • die Förderung netzbasierten wissenschaftlichen Arbeitens durch innovative Informationstechnologien.


Die Förderungsvoraussetzungen und das Verfahren

Mit DFG-Förderung erworben werden können sowohl Inhalte als auch Nutzungsrechte an Zeitschriften, Datenbanken und eBooks, die anhand verschiedener Kriterien wie der Übereinstimmung mit den Erwerbungsgrundsätzen für die DFG-geförderten Nationallizenzen, der fachlichen Relevanz und inhaltlichen Qualität der digitalen Publikationen, der technischen Qualität der Digitalisierung und des Informationssystems, der Dringlichkeit des Bedarfs, der Verfügbarkeit in Deutschland, des Mehrwerts, der Finanzierbarkeit sowie der Erfolgsaussichten möglicher Verhandlungen durch die Allianz-AG nationale Lizenzierung begutachtet werden. Anders als in der ersten Fördermaßnahme der DFG zum Erwerb von Nationallizenzen können die mit Nationallizenzen erworbenen Produkte sowohl abgeschlossen als auch dynamisch sein. Gegenstand der Lizenzvereinbarung sind darüber hinaus Regelungen zu Hosting- bzw. Archivierungsfunktionen und -berechtigungen, um langfristig (in der Regel mit Ablauf eines Jahres; moving wall) eine flächendeckende Bereitstellung der lizenzierten Inhalte im Sinne einer Nationallizenz für alle autorisierten Einrichtungen in Deutschland zu gewährleisten, sowie Regelungen zum entgeltfreien Zugang zu wissenschaftlichen Publikationen. Der Erwerb von Metadaten zu den lizenzierten Inhalten sowie den Archivdaten wird in der Regel ebenfalls vereinbart.

Dem Verfahren zum Abschluss von Nationallizenzen in der ersten Fördermaßnahme vergleichbar, unterliegen die DFG-geförderten Abschlüsse von Allianzlizenzen jährlichen Beschaffungsrunden (Verhandlung, DFG-Antragstellung, -Begutachtung und -Bewilligung, Vertragsabschluss und Bereitstellung ).


Das zugrunde liegende Lizenz- und Finanzierungsmodell

Den Allianzlizenzen, die auf der Grundlage von Verträgen mit mehrjähriger Laufzeit als nationale Opt-in-Konsortien angeboten werden, liegt im Vergleich zu den Nationallizenzen ein verändertes Lizenz- und Finanzierungsmodell mit Konsortialstruktur zugrunde, das eine finanzielle Eigenbeteiligung der Konsortialteilnehmer in Höhe von 75% der Gesamtkosten voraussetzt. Allianzlizenzen können aber auch ohne Förderung der DFG abgeschlossen werden. Die Verhandlungen über den Abschluss von Allianzlizenzen sowie die Einrichtung und Verwaltung der zugehörigen nationalen Konsortien obliegen ausgewählten Bibliotheken, die bereits zu den verhandlungsführenden Einrichtungen im Kontext der Nationallizenzen zählten (BSB, SBB, SUB, UBF, TIB, ZBW, ZBMed). Das Lizenzmodell ist zudem um die Möglichkeit zur Koordination von Lizenzabkommen mit Partnerorganisationen im Ausland erweitert worden. Das zentrale Anliegen, das mit der Schaffung der Konsortialstruktur verfolgt wird, ist die Stärkung der mit den Verlagen zunehmend um nachfrageorientierte anstatt um angebotsorientierte Lizenzpakete verhandelnden Bibliotheken, die der Wahrung der Autonomie in der Informationsversorgung der einzelnen Forschungseinrichtungen und der bestehenden Informationsinfrastruktur dienen soll.


Die zur Teilnahme berechtigten Einrichtungen

Zur Teilnahme am System der Allianzlizenzen autorisierte Einrichtungen sind gemäß den Grundsätzen für den Erwerb DFG-geförderter überregionaler Lizenzen:

  • öffentlich und privat geförderte Hochschulen und Forschungseinrichtungen in Deutschland,
  • die Deutsche Nationalbibliothek, sämtliche Staats- und Landesbibliotheken sowie zentrale Fachbibliotheken,
  • Forschungsbibliotheken und wissenschaftliche Spezialbibliotheken in überwiegend öffentlich-rechtlicher Trägerschaft,
  • Forschungsinstitute in überwiegend öffentlich-rechtlicher Trägerschaft bzw. von Bund und Ländern getragene Forschungseinrichtungen, einschließlich der von der Bundesrepublik Deutschland im Ausland getragenen wissenschaftlichen Einrichtungen wie bspw. der Deutschen Historischen Institute.


Literatur

Hildegard Schäffler: Elektronische Medien in der überregionalen Literaturversorgung. Nationallizenzen, Allianzlizenzen, FID-Lizenzen, in: Susanne Göttker / Franziska Wein (Hg.): Neue Formen der Erwerbung, Berlin: Walter de Gruyter, 2014, S.1204-222. ISBN: 978-3-11-025546-1


Weiterführende Weblinks

http://www.allianz-initiative.de/de

http://www.nationallizenzen.de/

  • Diese Seite wurde zuletzt am 12. Dezember 2013 um 21:09 Uhr geändert.
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